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Studie: The size and range effect: lifecycle greenhouse gas emissions of electric vehicles

Diesmal habe ich die Studie The size and range effect: lifecycle greenhouse gas emissions of electric vehicles des Industrial Ecology Programme und des Department of Energy and Process Engineering der Technischen Universität Trondheim genauer betrachtet.

Obwohl das gar nicht die Haupt-Aufgabe der Studie war, hat sie doch (je nach Fahrzeugtyp) errechnet, dass BEV ab einer Fahrleistung von 44.000km bis 70.000km weniger klimaschädlich sind als herkömmlich betriebene.

Probleme

Hauptproblem ist, dass die Studie schon recht alt ist (von 2016), und damit teilweise auf Daten aufbaut, die noch älter sind. Der Europäische Strommix wird zum Beispiel aus einer Quelle von 2014 genommen. Durch den rasanten Ausbau von Erneuerbaren Energien sind solche Datensätze also mittlerweile einfach zu alt. Für das Batterie-Recycling werden Studien aus den Jahren 2009 zitiert – also aus einer Zeit, in der mit ganz wenigen Ausnahmen noch keine E-Autos auf dem Markt erhältlich waren, womit sich die Werte nur auf andere, deutlich volumens-schwächere Bereiche beziehen können.

Das Hauptproblem ist jedoch – vor allem im Hinblick darauf, dass das die Hauptaussage der Studie sein soll: Die Lebensspanne eines E-Autos hängt sehr stark von der Batterie-Größe ab, wird in der Studie aber immer konstant mit 180.000km angenommen. Das ist bei einem Kleinwagen mit 150 km Reichweite eher hoch gegriffen (das wären etwa 1.200 Ladezyklen), während es bei einem Auto mit großem Akku und etwa 400km Reichweite (also etwa 450 Ladezyklen) wohl zu niedrig gegriffen ist. Hier werden Autos mit größerem Akku also „benachteiligt“. Das ist insofern problematisch, als die Studie ganz speziell eine Aussage darüber treffen will, wie sich die Autos unterschiedlicher Akku-Größe zueinander verhalten.

Wie in vielen anderen Studien wurden für die Berechnung die NEDC-Werte verwendet, die, wie schon öfters festgestellt, tendenziell eher Verbrennungsmotoren bevorzugen.

Ebenfalls dem Alter der Studie geschuldet ist, dass die Batterie-Kapazitäten in allen genannten Fahrzeugklassen für heutige Verhältnisse sehr klein aussehen, was de facto einen „Nachteil“ für E-Autos bedeutet.

Fazit

Man merkt, dass sich in den letzten Jahren in diesem Bereich sehr viel getan hat, weswegen eine Studie aus dem Jahr 2016 schon richtig alt aussieht. Manche der Schwächen kann man den Autoren dadurch gar nicht vorwerfen. Im Jahr 2020 sollte man die Ergebnisse dieser Studie aber trotzdem nicht mehr verwenden bzw. sehr kritisch hinterfragen und mit neueren Daten auch neu bewerten.

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