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E-Auto-Förderung bis 2021 verlängert, Erhöhung der NoVA

Die E-Auto-Förderung in Österreich wurde verlängert. Bisher war sie auf das Jahr 2020 befristet, nun wurde sie auch ins Jahr 2021 weitergetragen. Die großen Rahmenbedingungen bleiben gleich, auch wenn sich einige Details ändern.

Nach wie vor gibt es 3.000 Euro Förderung für den Kauf eines E-Autos für den Käufer, plus 2.000 Euro für den Importeur (vor der Mehrwertsteuer, sodass für den Endkunden hier 2.400 Euro übrig bleiben). Beim Kauf eines neuen E-Autos spart man sich also de facto 5.400 Euro vom eigentlichen Verkaufspreis. Auch beim Leasing eines Neuwagens lässt sich diese Förderung beanspruchen.

Für Unternehmen sinkt die Förderung auf 4.000 Euro. Die Wertgrenze für Private wird von 50.000 auf 60.000 Euro erhöht. Die Förderung einer Wallbox wird unabhängig vom Kauf eines E-Autos.

Diese Förderung hat sich als sinnvolles Instrument erwiesen, die Verbreitung von E-Autos zu beschleunigen. Im September war bereits jedes elfte neu zugelassene Auto ein rein batterie-elektrisches.

Der Wermutstropfen bleibt, dass auch Plug-in-Hybride nach wie vor gefördert bleiben, und zwar unverändert hoch mit der Hälfte der Förderung von BEVs.

Was der Arbeitskreis für Auto-Importeure gleich anfangs erwähnt, nämlich, dass auch Plug-in-Hybride als wichtige Brückentechnologie weiterhin gefördert bleiben, sollte stutzig machen. Nicht nur, dass Plug-in-Hybride die Nachteile beider Technologien miteinander verbinden, sie haben, wie neuere Studien nahelegen, eine bei weitem schlechtere Umweltbilanz als über WLTP abgebildet. Das sollte wenig überraschen, denn ihre Umweltfreundlichkeit hängt fast ausschließlich daran, wie oft sie aufgeladen und rein elektrisch bewegt werden. Je öfter sie rein elektrisch fahren, desto besser. Dass Plug-in-Hybride besonders oft Firmenautos sind, bei denen manchmal nicht einmal das Ladekabel ausgepackt wird (denn der Treibstoff wird eh vom Unternehmen gezahlt) ist leider auch Realität.

Ein Zitat von Günther Kerle, dem Sprecher der Österreichischen Automobilimporteure über die gleichzeitige Erhöhung der NoVA für Verbrenner: „Dabei handelt es sich um eine Steuererhöhung quer über alle Fahrzeugklassen hinweg und nicht um eine Spreizung nach ökologischen Gesichtspunkten. Die Anschaffung eines innovativen, effizienten Neuwagens zu bestrafen, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Verbrauch und CO2-Ausstoß im Alltag, ist überholt und hat nichts mit einer ökologischen Förderung zu tun. Darüber hinaus führt die Steuererhöhung dazu, dass ältere Fahrzeuge länger gefahren werden, was aus ökologischer Perspektive kontraproduktiv ist. Es ist schade, dass nach der sinnvollen Maßnahme der E-Mobilitätsförderung nun die NoVA-Erhöhung einem Umstieg auf grundsätzlich saubere Fahrzeuge der neuesten Abgasklasse entgegenwirkt. Der ökologische Effekt ist nicht erkennbar.“

Diese Aussage ist geradezu amüsant, weil es eben keine Erhöhung über alle Fahrzeugklassen hinweg ist, sondern damit Verbrenner gegenüber E-Autos schlechtergestellt werden, bzw. umgekehrt E-Autos bessergestellt.

Auch die Aussage von „grundsätzlich saubere Fahrzeuge“ ist lustig. Es gibt keine sauberen Fahrzeuge. In jedem Fall enstehen Emissionen, in der Produktion gleichermaßen wie im Fahrbetrieb. Diese durchschaubaren Aussagen der Automobillobby sollten langsam auch als solches erkannt und gebranntmarkt werden. Weder E-Autos noch Verbrenner sind sauber, Verbrenner jedoch noch deutlich weniger sauber.

Und ob es besser für die Umwelt ist, länger mit einem alten Auto zu fahren oder ein neues zu kaufen, hängt stark vom Einzelfall ab. Wie viele Kilometer werden mit dem alten Auto gefahren? Und ist das neue Auto elektrisch oder wieder ein Verbrenner? Denn gerade in letzterem Fall ist es quasi in jedem Fall deutlich besser für die Umwelt, noch länger mit dem alten Auto fahren. Denn wenn das neue 2 Liter weniger Diesel braucht als das neue, dann müssen da schon sehr sehr viele Kilometer gefahren werden, um die zusätzlichen Emissionen der Produktion des Neuwagens zu kompensieren.

Und dass die gleiche Auto-Industrie sich plötzlich so für die ökologischen Effekte interessiert, die auch 2,5-Tonnen-SUVs zum reinen Stadtgebrauch produziert, wirkt auch ziemlich unglaubwürdig.

Der ökologische Effekt dieser Regelungen ist sehr gut erkennbar, der etablierte Auto-Industrie gefallen diese neuen Regeln bloß nicht, da sie den Umstieg auf die Elektromobilität etwas verschlafen haben und ganz gerne ihre Pfründe verteidigen wollen, allen voran eine Preisfreiheit auf CO2-Emissionen.

Published inE-Autos AllgemeinGesetzgebungMarkt

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