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Renault Twingo Electric – das günstigste E-Auto Österreichs

Nach wie vor zeichnen sich Elektroautos durch einen vergleichsweise höheren Anschaffungspreis aus. Zwar sind sie über die gesamte Lebensdauer gerechnet zwar nicht mehr teurer – oft sogar billiger – als Verbrenner, aber der höhere Anschaffungspreis schreckt nach wie vor viele potenzielle Käufer ab.

Renault hat nun das billigste Elektroauto auf den Markt geworfen, das man momentan in Österreich bekommen kann. Der Konfigurator ist freigeschaltet, die Auslieferung soll irgendwann um den Jahreswechsel starten.

Der Preis startet dabei bei 20.490€, mit staatlichen Förderungen und Versicherungs- und Finanzierungsbonus von Renault kommt man momentan sogar nach Listenpreis auf 14.340€. Dabei ist die Aufpreisliste relativ zahm. Selbst in einer Quasi-Vollausstattung braucht man nur etwa 5.000€ draufschlagen, bleibt also nach Förderungen immer noch unter 20.000€. Selbst, wenn man alles, was der Konfigurator zu bieten hat, ankreuzt, kommt man nicht einmal 8.000€ über den Listenpreis hinaus.

Was also macht der Twingo, das ihn so preiswert macht?

Auf der einen Seite ist der Twingo natürlich ein Kleinstwagen. Auch der reguläre Twingo ist schon ein sehr günstiges Auto. Die Batterie ist mit 21,3kWh netto ebenfalls auf der kleinen Seite. Und Renault hat eine interessante Entscheidung getroffen und komplett auf DC-Laden verzichtet (das mit dieser kleinen Batterie wahrscheinlich sowieso kaum über 35kW Ladeleistung gekommen wäre). Folglicherweise hat der Twingo auch keinen CCS-Anschluss, sondern nur einen für Typ 2-Ladekabel. Um die mangelnde Schnellladefähigkeit auszugleichen, wurde der 22kW-AC-Lader aus dem Zoe verbaut. Außerdem setzt der Twingo aus den schon aus dem Zoe bekannten Motor – auch das spart Kosten für Renault.

Daraus folgen 60kW Leistung – eine durchaus beträchtliche Zahl für ein Auto in dieser Größe und mit gerade einmal gut 1.100kg Leergewicht. Und das in reinem Heckantrieb. Der Motor sitzt also hinten und die hinteren Räder werden angetrieben. Das sollte sich im Stadtverkehr angenehm spritzig anfühlen, der Wendekreis ist entsprechend klein.

Doch mit einer realistischen Reichweite von 135km (laut ev-database.de) ist der Twingo nicht nur für das reine Stadt-Fahren geeignet, sondern durchaus für das Pendeln im urbanen Umland.

Einzig für die Langstrecke ist der Twingo nur mäßig geeignet. Auf der Autobahn schmilzt die Reichweite noch zusätzlich, und eine vollständige Ladung an einem AC-Lader dauert mehr als eine Stunde – sofern man entlang der Autobahnen noch 22kW-AC-Lader findet.

Viel wichtiger als die Tatsache, dass die Langstrecke nicht das natürliche Habitat des Twingo ist (übrigens auch nicht mit Verbrennungsmotor), ist die Tatsache, dass es kaum einen Haushalt mit zwei Autos gibt, in dem der Twingo nicht alle Anforderungen an ein Zweitauto erfüllen würde. Und das ist der Twingo nun einmal – das Konzept Zweitauto zu Ende gedacht. Geladen wird daheim, 135km fährt man damit eh nie am Stück, die Kinder fahren normal im großen Auto mit. Wenn man ins Zentrum muss, dann lässt man eben den Galaxy daheim und nimmt den Twingo. Wenn man mit den Kindern einen Wochenendausflug macht, dann lässt man eben den Twingo daheim und nimmt den Galaxy.

Wenn man einmal verstanden hat, was der Twingo ist – und was er nicht ist – kommt man nicht umher, Renault für die Konsequenz zu bewundern, mit der der Twingo umgesetzt wurde. Er kann alles, was ein Zweitauto im urbanen Bereich und dem Umland können muss – aber auch nicht mehr, sodass ein Auto übrig bleibt, das im Preis-Leistungs-Verhältnis für einen Zweitwagen momentan kaum zu schlagen ist. Mazda hat mit dem MX-30 ja auch etwas Ähnliches versucht, kam letztlich aber mit einem Mini-SUV und einem ab-Preis von 35.000€ daher. Da kann ich sogar verzeihen, dass es eine Wärmepumpe im Twingo nicht einmal als optionales Extra gibt.

Fotocredit: Renault

Published inAuto

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